Kartenlegen
auf einem Event
15. August 2026
Ein Abend am See, ein Tisch voller Karten
Ich baue meinen Tisch immer früher auf, als es nötig wäre. Tücher zurechtziehen, Karten auslegen, einmal tief durchatmen und den Raum spüren.
Der Beach Club im schönen Lauterbourg war noch halb leer. Die Sonne ging über dem See runter, das Licht wurde weich und golden, aus den Boxen lief Musik, die man mehr im Bauch spürt als im Ohr.
Sie kamen schneller, als ich dachte
Eine junge Frau, die zuerst nur gucken wollte. Ein Mann, der sich mit verschränkten Armen danebenstellte und sagte, er glaube ja eigentlich nicht dran. Zwei Freundinnen, die sich anschubsten, wer zuerst geht.
Da kommen Menschen mitten aus dem Abend heraus, mit einem Glas in der Hand, halb neugierig, halb aufgeregt. Und trotzdem wird es fast immer sehr schnell sehr ehrlich.
Der Mann mit den verschränkten Armen saß am Ende über zwanzig Minuten bei mir.
Was am Tisch passiert
Die Karten zeigen die Situation. Was gerade wirkt, was im Hintergrund läuft, wo etwas ins Rollen kommt.
Das Geburtsdatum ist mein Zuhause. Daraus lese ich mit meiner besonderen Art der Numerologie den Lebensplan. Nicht, was jemand nächste Woche macht, sondern warum jemand so tickt, wie er tickt. Warum bestimmte Themen immer wiederkommen. Warum manche in der Liebe immer am selben Punkt landen. Wenn ich das erzähle, ohne dass mir jemand vorher ein Wort gesagt hat, wird es am Tisch meistens sehr still.
Die Hände. Gestern durfte ich bei einigen auch einen Blick darauf werfen. Hände sind gelebtes Leben. Sie erzählen von Kraft, von Belastung, von dem, was jemand trägt.
Zusammen ergibt das kein Urteil. Es ergibt ein Bild.
Die Frage, die fast jeder stellt
Sie kommt leise, meistens erst, wenn schon zwei Karten liegen. "Und wenn da jetzt was Schlimmes kommt?"
Meine Antwort ist immer dieselbe, und sie ist keine höfliche Floskel:
Die Karten zeigen dir nur das, was für dich gerade okay ist.
Ich habe das zu oft erlebt, um es noch für Zufall zu halten. Wenn ein Mensch für etwas nicht bereit ist, kommt es nicht auf den Tisch. Und wenn etwas Schweres da ist, kommt fast immer im selben Atemzug der Weg mit, wie man damit umgeht. Nie nur der Schatten. Immer auch die Tür.
Nach diesem Satz gehen bei den meisten die Schultern runter. Und dann geht es erst richtig los.
Was mir geblieben ist
Nicht die eine große Ansage. Die kleinen Momente. Die Frau, die lachte und weinte gleichzeitig, weil sie das ihr Leben lang gespürt und noch nie in Worten gehört hatte. Der ältere Herr, der eigentlich nur seine Frau begleitet hatte und dann fragte, ob ich auch etwas zu Menschen sagen kann, die nicht mehr da sind.
Das ist der Grund, warum ich das mache. Mitten im Trubel entsteht plötzlich ein kleiner stiller Raum, in dem jemand ganz ehrlich sein darf.
Und du?
Vielleicht kribbelt es gerade ein bisschen. Dieses "eigentlich würde ich schon gern mal ...". Genau da fängt es an. Du musst an nichts glauben. Nur bereit sein, einmal hinzuschauen.
Du planst ein Event? Sommerfest, Firmenfeier, Geburtstag, Junggesellinnenabschied. Ich komme mit meinem Zelt, richte mir eine ruhige Ecke ein und lege deinen Gästen die Karten. Jeder bekommt seinen eigenen geschützten Moment, während draußen weiter gefeiert wird. Erfahrungsgemäß der Programmpunkt, über den am nächsten Tag noch geredet wird.
In Liebe Deine Tanja
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